Raum- und Lichtbilder

02.10.20  bis  15.01.21

 

Invasive Aliens (Kudzu)

Invasive Aliens (Karottenkraut)

Invasive Aliens (Grüne Haarnixe)

2020

Lack auf Mdf

je 90x60cm

 

 

Detail Invasive Aliens (Grüne Haarnixe)

 

Survival of the Fittest

2020

getrocknete und gepresste Blüten,

Nägel, Tapete

hier 220x320cm

 

 

Detail Survival of the Fittest

 

 

ANKE LOHRER

 

Eden - Klangbilder

Malerei, Grafiken und Künstlerbücher

07.02.20 bis 17.02.20

 

Spring I

2019

Acryl auf Leinwand

200x140cm

 

 

Spring V

2019

Grafik gerahmt

70x100cm

 

 

Plant me a garden

2019

Grafik gerahmt

70x100cm

 

 

Eden I

2020

Acryl auf Leinwand

30x40cm

 

 

Spring III

2019

Acryl auf Leinwand

dm 50cm

 

 

Spring II

2019

Acryl auf Leinwand

dm 50cm

 

 

Spring VI

2019

Acryl auf Leinwand

dm 50cm

 

 

Spring IV

2019

Acryl auf Leinwand

dm 50cm

 

 

Künstlerbuch  

Plant me a garden

2016

ca. 45x60cm

 

 

Künstlerbuch 

Von Wegen in die Abstraktion

2019

ca. 45x60cm

 

 

Künstlerbuch

Eine Hommage an die Alchemie

2019

ca. 45x60cm

 

 

Künstlerbuch

Paracelsius

2019

ca. 45x60cm

 

 

Künstlerbuch  

Pflanze als Heilmittel

2018

ca. 45x60cm

 

 


 

 

 

In der Umbauphase gezeigt      

 

 

 

 

PLETI & KRETI

 

'Handy an!'

Wand- und Fensterbilder

27.09.19 bis 17.01.20

 

10 Euro

2019

Acryl auf Leinwand

220x120cm

 

 

Handy aus!

2019

Acryl auf Leinwand

170x240cm

 

 

Handy 1

2019

Acryl auf Leinwand

70x56cm

 

 

Handy 2

2019

Acryl auf Leinwand

70x56cm

 

 

Handy 3

2019

Acryl auf Leinwand

70x56cm

 

 

Handy 4

2019

Acryl auf Leinwand

70x56cm

 

 

Handy 5

2019

Acryl auf Leinwand

70x56cm

 

 

Cäsar

2019

Acryl auf Leinwand

60x60cm

 

 

Sämerei

2012

Acryl auf Samentüten - gerahmt

52x52cm

 

 

Fensterbild

Kreidestifte auf Glas

ca. 150x150cm

 

 

Fensterbild

Kreidestifte auf Glas

ca. 150x150cm

 

 

Fensterbilder

Kreidestifte auf Glas

 

 

 

Fensterbilder

Kreidestifte auf Glas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pleti & Kreti sind Martin Pletowski und Christian Deckert

 

 

 

 

 

 

 

Birgitta Thaysen

 

LANDSCHAFTEN

7.6.19  bis  20.9.19

 

Der Rhein bei Düsseldorf-Lörick

2018

Pigment Print

285g Papier

Bild 32x50cm

Eiche-Rahmen 50x70cm

Auflage 3

Hafenbecken mit Elbphilharmonie, Hamburg

2017

Pigment Print

285g Papier

Bild 32x50cm

Eiche-Rahmen 50x70cm

Auflage 3

Landstrasse im Damaraland, Twyfelfontein, Namibia

2008

Pigment Print

285g Papier

Bild 32x50cm

Eiche-Rahmen 50x70cm

Auflage 3

Das Meer, Namibia

2008

Pigment Print

285g Papier

Bild 32x50cm

Eiche-Rahmen 50x70cm

Auflage 10

Berg bei Agulo auf der Insel La Gomera, Spanien  2016

Pigment Print 285g Papier

Bild 38x36cm

Eiche-Rahmen 50x70cm

Auflage 3/10

Südbrücke Düsseldorf

2017

sw Doppelbelichtung

Direktdruck auf 5mm Alu-Dibond

weißer Holzrahmen 180x180cm

(9 Bilder je 60x60cm)

Auflage 1/3

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Kohl

 

VENUS

 1.2.19  bis  19.5.19

Venus (1.12.)

2015

Mineralfarben auf Glas

40 x 40 cm

Venus (4.12.)

2015

Mineralfarben auf Glas

40 x 40 cm

Venus (13.12.)

2018

Mineralfarben auf Glas

40 x 40 cm

OUD     

2012     

Mineralfarben auf Glas      

37 x 211 cm

 

STADT (P)

2016

Mineralfarben auf Glas

120 x 90 cm

STADT (D)

2016

Mineralfarben auf Glas

120 x 90 cm

VENUS 

THOMAS KOHL

- Meisterschüler von Gerhard Richter  1988 -

 

Falls Landschaft als Inbegriff der gottgeschaffenen Welt gilt - im Gegensatz zur Stadt als Inbegriff der von Menschen geschaffenen Umwelt -, so nimmt Thomas Kohl in seiner Landschaftsmalerei die Rolle eines Schöpfergottes ein - an den er allerdings nicht zu glauben bereit ist. Obwohl, wie jeder Mensch, Schöpfer seiner eigenen Welt, zeigt Thomas Kohl jedoch zielsicher, dass er mit seinem Schaffen nicht wie der Einsam-Allmächtige handeln kann: Er fertigt seine Welt nicht aus dem Nichts - und er ist nicht allein.

 

Thomas Kohls Arbeit zeigt - eine Selbstverständlichkeit unter Berufsmalern -, wie genau er Vergangenheit und Gegenwart der Malerei und vor allem der Landschaftsmalerei kennt und berücksichtigt. Er erweist Romantik und Abstraktion gleichwertig Respekt. Und er weiß, er kann den Betrachtern seiner Werke allein als Mitschöpfer gegenüber treten. Schließlich gestalten wir in unseren Wahrnehmungsprozessen seine Bilder mit unseren jeweils einzig und nicht anderen Weltsichten mit.

 

 

Thomas Kohl bezeichnet sich als Landschaftsmaler von erfundenen, also selbstgeschaffenen Landschaften. Er malt nicht in der Natur, setzt sich ihr allerdings beim täglichen Laufen und mit vielen Wanderungen durch unterschiedlichste Naturlandschaften körperlich und sinnlich intensiv aus. Auch im Atelier erschafft er seine Landschaftsmodelle in extrem beweglichen Malprozessen. Die Ölbilder hängen an der Wand - sind meist durch einen Horizont organisiert. Thomas Kohl geht nach jedem Pinselstrich einige Schritte zurück, prüft die Wirkung seines Tuns aus angemessener einer Distanz und kehrt zurück zur Leinwand, den Pinsel weiter anzusetzen.

 

In den Werkstätten der Glasmalerei Derix KG in Kevelaer liegen die Gläser auf beleuchtenden Werktischen. Dort wird aus dem Hin- und Hergehen des Ölmalers auf Augenhöhe das Umkreisen des Glasmalers mit dem Blick hinab auf seine Arbeit. Aus dieser anderen Körperbeziehung zum Werk - Haltung und Körperorganisation sind entscheidend für Thomas Kohl - entstehen oft horizontlos dynamische Landschaften.

 

Seine sinnliche Beziehung zur Natur - selbstverständlich gedanklich reflektiert - mit dem Körper als Träger der Sinne zeigt sich auch in Thomas Kohls Beziehung zum Material: Zur Natur des Malgrunds, zur Farbsubstanz der Öl- oder Mineralfarben, deren unterschiedlichen Konsistenz - zähflüssig oder leichtflüssig, wie das Material auf seine Eingriffe reagiert.

 

 

Thomas Kohl sieht Landschaft als menschengemachtes Modell, um Natur zu verstehen, uns ein Bild von ihr zu machen - wie er in einem Radiointerview ausführlich erklärt.

 

Was wir sinnlich wahrnehmen, ist die Natur - das Chaos ihrer zahllosen Elemente. Die Landschaft ist das ordnende Bild, das wir Menschen uns machen. Auch indem wir sie dadurch auf ein von uns gewähltes Wesentliches reduzieren. Nur so erkennen wir sie wieder?

 

Doch was an der Natur können wir so verstehen? Sicher nicht ihre chemische oder biologische Struktur, die uns ohnehin nicht aus der unübersehbaren Vielheit führen kann. Es sind wohl eher ihre möglichen Kompositionsvarianten, ihre bildliche Struktur, ihre von uns auferlegten Formensprache - derer Thomas Kohl sich bedient. Und die er mit seinem Malen und Erfinden immer besser verstehen will - zu begreifen vermag?

 

Und ist denn ebenfalls das Landschaftsbild, das Gemälde, ein Modell, um Natur zu verstehen? Ein Modell, aus dem Thomas Kohl seine Bildideen schöpft - in die er seine Bildideen übersetzt? Oder ist es seine Erforschung möglicher Landschaften, möglicher Landschaftsbilder, möglicher Bildern, die wir als Landschaft wahrzunehmen fähig und bereit sind?

 

Ich verstehe Thomas Kohls Bilder nicht. Allerdings glaube ich, ein recht gutes Verständnis von ihnen zu haben. Genießen kann ich sie sehr.

 

 

Anhand der Arbeiten seiner Berufskollegen kann Thomas Kohl, dank seiner eigenen Erfahrungen als Landschaftsmacher, sehr wohl Rückschlüsse auf deren schöpfende Wahrnehmung ziehen. Wenn auch er dabei in seiner eigenen Wahrheit begrenzt bleiben muss. Wir, auf eher hilflose Versprachlichungen unserer schöpferischen - oder willkürlichen - Sichtweisen angewiesenen Bildbetrachter, bieten ihm da weniger Rückschlussmöglichkeiten an. Zwar kann uns der Satz, in seiner Wahrnehmung bleibe jeder Mensch einzig, mit Stolz auf unsere Einmaligkeit erfüllen. Aber auch mit Furcht und dem Gefühl der Einsamkeit - sogar mit Verzweiflung oder Ablehnung.

 

Ist es nicht genau diese Verdammnis zur Freiheit unserer Wahrnehmung, die uns an Thomas Kohls Landschaftsgemälden so irritiert, faszinierte, erfreut und zugleich vor ihrer - zumindest verbal - uneinlösbaren Verpflichtung zurückschrecken lässt? Die Verpflichtung zu erkennen, was so schwer anzuerkennen ist: Dass uns allein unsere einzige sprachlose Anschauung bleibt?

 

Die erlernten und geerbten Wahrnehmungsmuster wollen nicht greifen, sich zu keinem eindeutigen Begriff verfestigen - entziehen sich jeder begrifflichen Erkenntnis des Gezeigten.

 

 

Diese Behauptung der Verdammnis zur Einzigartigkeit kann auch als unverschämt angesehen werden - unterstellt sie doch, dass niemand über die Begrenztheit ihres Autors hinaus erkennen und benennen kann, was Thomas Kohl mit seinen Pinselstrichen erschafft. Das ist die Hybris eines Denkers, der kein über ihn hinausgehendes Denken zu unterstellen bereit ist. Statt dessen unterstellt er nicht die Einsamkeit, sondern die Gemeinsamkeit der Begriffe. Was bleibt auch anderes, wenn man sich prosaischer Sprache bedient?

 

Je dürftiger ein Gedanke, desto weiter hergeholt - gern von ganz oben in der Begriffspyramide. Und vielleicht dennoch nicht unbedingt falsch. Als richtig können die oben geschriebenen Sätze vermutlich nur in ihrer Richtung wahrgenommen werden, die sie aufzeigen - so ungefähr. Wer kann schon im golden blendenden Schein der Pyramidenspitze klare Konturen ausmachen?

 

 

Thomas Kohls stets menschenleeren Landschaftsarbeiten stellen unserer Betrachtung selten Spuren menschlicher Anwesenheit zur Verfügung. Die gebaute Umwelt, die aus menschlichem Denken und Erkennen entstand, erscheint allenfalls in einzelnen geometrischen Strichen - und bleibt in diesen Andeutungen auf sich gestellt.

 

Auch unsere Wahrnehmungsakt entsteht nicht aus dem Nichts. Und mit diesem Wissen arbeitet Thomas Kohl. Er beteuert zwar immer wieder das Vergnügen, dass ihm das Malen bereite. Ein Akt, den er in seiner Wirkung auf ihn selbst sprachlich sehr genau zu beschreiben weiß. Uns Betrachter überlässt er gegenüber seinen Schöpfungen in sprachloser Einsamkeit. Er weiß, wie er seinen Pinsel führen muss um unserer Betrachtung die bekannten Wahrnehmungsmuster zu entlocken - und ihnen zugleich zu widersprechen.

 

 

Ist es nicht auch dieser kleine, beglückende Schmerz der Unfähigkeit, den Augenblick der Anschauung in Begriff oder Modell festzuhalten, der so befreiend unsere Grenzen erkennbar macht - und den wir auch Thomas Kohls Arbeiten zu verdanken haben?

 

So erscheint ein erfreuendes Verständnis für seine Malerei möglich zu werden - ohne sie je zu verstehen.